THEATER

 

 

Bei dem “Provinztheater MedienRummel” könnt Ihr verfolgen wie wir, eine kleine Staßenmusikkapelle aus der Provinz, hartnäckig versuchen, als der deutsche Beitrag zum “Eurovision Song Contest” in Oslo 2010 durchzugehen.
Trotz eines wesentlich kleineren Budgets, konnten wir mit einem amtlichen Volksentscheid und einer eigenen Fernsehshow aufwarten. Wenn Ihr viel Zeit und Geduld habt, könnt Ihr hier erfahren, wie es uns tatsächlich gelungen ist, den Eurovision nach Hause zu holen.

 

 

 

Wenn Ihr nicht viel Zeit und noch weniger Geduld habt, schaut euch doch einfach unser Musikvideo von “Verena” an. Nils von sputnic hat uns mit seiner Super8-Kamera auf unserem Weg nach Oslo begleitet und daraus dieses wunderbare Video gemacht.



Medien-Papst Stefan Raab lädt alle die sich berufen fühlen zur großen Prüfung. “Unser Star Für Oslo” soll gefunden werden und natürlich fühlen wir uns berufen, ja wenn nicht sogar verpflichtet.
Mit Katoffelrock, einem mächtigen musikalischen Werkzeug, könnten wir das Ruder für Deutschland endlich rumreißen.
Also, auf gehts zum Casting!

 

 

 

Wir fühlen uns geehrt, dass Starfotograf Philip Lethen uns bei unserem Ausflug nach Köln zum Casting von “Unser Star Für Oslo” begleitet. Dabei sind wirklich tolle Fotos entstanden. Philip passte so gut zu unserer Kapelle, dass er bei den Aufnahmen in der Videobox wohl einfach übersehen wurde und munter Fotos von uns machen konnte.
Auch als wir uns im Anschluss den Rückweg mit Straßenmusik in Köln finanzierten, war Philip mit dabei.

Wir haben uns natürlich gründlich vorbereitet.
Wenn ihr wissen wollt, was in der Casting Box abgegangen ist, schaut Euch die eine Probe an, mit der wir uns intensiv auf das Casting vorbereitet haben. Hier in bester Handy Qualität:

Casting Probe auf youtube
Eigentlich sollten wir nur 1 Lied spielen. Aber weil die Jungs in der Videobox sichtlich amüsiert waren, konnten wir tatsächlich doch unser komplettes Programm zum besten geben.

 

 

provinztheater_prisma
provinztheater_rp

 

 

 

 

Spaß hatten wir an diesem Tag auch mit Sandra und Roman beim Huttauschtanz, denen wir auf unserem Weg noch öfters begegnen sollten. Links ist ihr Beitrag mit uns für den Eurovision Blog

 

 

Erst heißt es warten…
Als wir den Mut schon verlieren wollen, plötzlich ein Hoffnungsschimmer am Horizont:
Das auflagenstarke TV Journal “Prisma” bewirbt die Sendung der Ausscheidungen mit unserem Foto.

Als dann aber noch unsere seriöse StadtZeitung, die Rheinische Post, schreibt.

“In der heutigen Fernsehshow auf Pro7 “Unser Star für Oslo” spielen Sie vielleicht dennoch eine Rolle”

ist die Aufregung natürlich groß.

 

 

 

 

Ja und dann noch Holger Hurtig, der live aus der ersten Sendung das Theater im Fernsehen erwähnt.

 

Also, das muss einfach klappen!

 


Es hat nicht geklappt.

 

Erst vergehen Tage, dann Wochen, schließlich Monate in denen Stefan Raab nicht anruft, keine Briefe schickt, nicht mal eine E-Mail.
In der Zwischenzeit haben wir aber richtig Lust bekommen und wollen uns nicht so einfach abwimmeln lassen oder bei der ersten kleinen Unwegsamkeit gleich klein beigeben.
Nein, wir wollen kämpfen.
Wir können es noch schaffen, wenn wir uns auf alt bewährte Weise die Regeln ein bisschen zu Recht biegen.

 

 

Also… Wir sind ein kleines Theater im Vergleich zu Pro7, deshalb brauchen wir auch nicht so viele Stimmen. Wir brauchen nur genug Stimmen, um nach Oslo kommen. Den Rest regeln wir dann da. Bei Stefan Raab zahlt man mit seiner Stimme einen nicht unerheblichen Betrag per SMS-Gebühr. Wir haben uns also ausgerechnet, wie viel wir brauchen, um bis nach Oslo zu kommen und kassieren jede Stimme direkt im deutschen Straßennetz ab.

 

Der Volksentscheid findet, natürlich rein zufällig, in Köln zum etwas “anderen” Halbfinale statt. Wir versuchen möglichst alle Gesellschaftsschichten zu erreichen, und spielen deshalb in der Uni-Mensa, am Hauptbahnhof, in der Innenstadt und als Finale vor den Pro7-Studios sowie dem Publikum der Sendung.
Auch wir verlosen ein Auto: Einen Original-Zwiebelporsche in der Edition “Provinz”.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DAS FINALE! Selbstverständlich findet auch bei uns die Auszählung der Stimmen in einer eigenen Fernsehshow statt. Trotz einer etwas schwachen Finanzdecke verwandeln wir unseren Proberaum im Keller der Stadlers zu einem modernen Fernsehstudio mit allem was dazu gehört. Ein Wechselbad der Gefühle – aber seht selber:

 

 

 

 

 

Da wir Sandra und Roman vom NDR in der Zwischenzeit öfters begegnet sind, freut es uns, als sie uns bitten, Teil ihres kleinen Films über den Eurovision Song Contest zu sein.

 

 

Es war ein harter und steiniger Weg, aber jetzt geht es erst richtig los.
Ach das Meer, eine doch so große Liebe des Provinztheaters. Nichts wie rein in die blau-weiß gestreiften Tanktops und total bescheuerte Gymnastik-Moves für die Kamera vom Nils machen! Da hatten wir das Publikum schon auf unserer Seite, außerdem konnte auch niemand weglaufen. Der Rest war pures Adrenalin im Auge des medialen Wirbelsturms.

 

 

 

Von wegen beschaulich! Wer von uns bisher noch nicht jegliche Scham verloren hat, lernt hier, seine letzten Hemmungen endlich abzulegen.

Spätestens bei der ungenehmigten “Wir sind die Sterne und kreisen um Anton (dem Mond)”-Szene auf dem Hauptdeck war auch dem letzten klar, worauf er sich da eingelassen hat. Ja, so ist das in den Medien, aber es war immerhin Super8 und da dreht man keine Szene nochmal…


 

 

DA sind wir.

Wer hätte das gedacht?
Aber damit ist es ja leider noch lange nicht getan. Der Hauptakt steht uns noch bevor.
Wir müssen es irgendwie zum Contest schaffen, ohne Tickets, ohne VIP-Ausweis und ohne offizielle Einladung trotzdem antreten. Außerdem hat sich keiner Gedanken darüber gemacht, wie wir wieder nach Hause kommen sollen. Der Rückweg will also auch noch verdient werden.
Aber jetzt erst mal ankommen. Schaut mal was für ein heimeliges Plätzchen wir zum Schlafen gefunden haben:

 

 

 

Manchmal, da geht es einfach.

Und das war so ein Tag. Wir sind einfach ohne Ticket mit allen Instrumenten in einen Bus voller Eurovision-Fans gestiegen und haben ihn zum Wackeln gebracht, bis wir da waren. Und dann sind wir einfach reingelaufen und fanden uns unversehens vor dem “Artist Entry” wieder, als gerade die anderen Künstler eintrafen.

Wir waren ein Magnet für die Scharen von Kamerateams aus aller Herren Länder. Ein griechischer Moderator hat sogar “Go Go Lena Go” mit uns gesungen. Ok, er hat wohl “Johnny” und wir haben “Lena” gesungen. Aber egal, es war ein großer Medienrummel, und wir mittendrin!

 

 

 

 

Ein netter Norweger hat uns mit seinem Handy gefilmt und dies hochgeladen…

 

 

Auf dem Weg nach Hause haben wir dann noch ein bisschen Gymnastik in den Tanktops auf der Fähre gemacht, als sich die Familie und Freunde unverhofft meldeten. “Ihr wart grad in der ARD, nach der Tagesschau….” (Für ganze 3 Sekunden, sollte man dazu sagen.)

 

 

Wir haben jetzt Monate unseres Lebens, viel Zeit und das bisschen Geld, das wir hatten, investiert, um 3 Sekunden in der ARD zu sein?

 

Die Frage müsst ihr euch selbst beantworten. Für uns hat es sich gelohnt.

 

–ende–